Baudenkmal Haus Buchthal

Das Haus

Die zweigeschossige Villa wurde 1922/23 von Hans und Wassili Luckhardt sowie Franz Hoffmann errichtet. Das Gebäude ist eines der wenigen Beispiele des Expressionismus in der Berliner Architektur. Bauherr waren die gegenüber der Avantgarde aufgeschlossenen Eheleute Thea und Eugen Buchthal, (Kaufmann und Kunstsammler) nach denen das Haus auch benannt ist. Nicht nur das Gebäude selbst, auch die Grundrisse der wichtigsten Räume waren im Stil des Expressionismus geschnitten. Bereits 1928 beauftragten die Eheleute Buchthal den Architekten Ernst Freud mit einem radikalen Umbau im Stile der Neuen Sachlichkeit, orientiert an den Gestaltungsprinzipien des Bauhauses.

1936 verkaufte die Familie  Buchthal das Haus an Dr. Bruno Bruhn, Generaldirektor der Krupp AG. Buchthal emigrierte mit seiner Frau nach London und starb dort 1954. 1956 fügte der Architekt  Werner Seyffert einen weiteren Raum über der Garage an. 1958 erwarb Kammersänger Dietrich Fischer-Dieskau das Haus und lebte mit seiner Familie dort bis zu seinem Tode 2013.

Das weiß verputzte Eckgebäude hat einen streng symmetrischen, V-förmigen Grundriss. Genau auf der Ecke befindet sich der symmetrische Eingang (Lindenallee 22). Zu der etwas zurückgesetzten Tür führt eine Treppe. Ein weiterer Eingang sowie eine Einfahrt liegen an der Halmstraße. Ein großer Teil des Hauses ist mit einer Dachterrasse überdeckt, auf der sich 1922 drei Pavillons befanden, die durch Pergolen verbunden waren. 1928 wurde eine zweite Wohnetage aufgesetzt und die Pergolen entfernt.

Auf der Gartenseite ist das Haus nun im Erdgeschoss zurückgesetzt. Hier ruht das Gebäude auf Pfeilern. Das Haus steht unter Denkmalschutz.

Die Maßnahmen

Nach eingehender Recherche in den Archiven (The Freud Archive, RIBA- Royal Institute of British Architects/ Hans und Wassili Luckhardt Archiv, Akademie der Künste) wird das Baudenkmal behutsam saniert. Dabei kommt die neusachliche Fassade von 1928 mit ihrer strengen Geometrie und dem Gestaltungsmerkmal des Sprossenfensters wieder voll zur Geltung. Gleichzeitig werden in mehreren Räumen die expressionistischen Grundrisse in ihrer Einmaligkeit wieder hervorgehoben. Die Anbauten im Stile der 50er Jahre werden als Ausdruck ihrer Zeit aufgearbeitet und belassen. Wir sind zusammen mit der unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesdenkmalamt Berlin bestrebt, dem Haus Buchthal als Ausdruck mehrer Stilepochen gerecht zu werden.

Dafür wird auf der Dachterrasse der Anbau von 1950 entfernt und die Palisaden sowie Umfassungswände von 1922 wieder eingesetzt. Die Fassade erhält einen durchgefärbten Glattputz (Histolith), von dem schon der Sohn Buchthals als ‚totally smooth‘ schwärmte. Die Fenster werden petrolfarbene, dreigeteilte Integralfenster der Marienfelder Firma Timm, wobei die nachträglich eingebauten Rolladenkästen wieder der Fensterhöhe zugesprochen werden.

Hier geht es zur Fotogalerie über den Baufortschritt

Die gesamten Maßnahmen an dieser Stelle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Falls Sie sich für die Geschichte des Hauses oder unsere Sanierungsmaßnahmen interessieren, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme.

 

Hier geht es zur Ausstellung ‚Haus Buchthal‘ AEDES GALERIE:

 

Informationen zur Ausstellung über die Villa Buchthal finden Sie hier:ancb-logo-kalender

Artikel über ‚Haus Buchthal‘ in der ‚Zeit‘Zeit_frei_09